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Bedeutung (politisch)

Die Gründe für den Bau der Burg an dieser Stelle waren der Schutz von Lothringen und der hier verlaufenden Handelsstraße und die Kontrolle der Schifffahrt auf der Saar. Die Flandernstraße von Italien nach Flandern überqueren unmittelbar am Fuße des Burgberges die Nied.

 

Der Raum um die Burg Siersberg lag auch im Interessengebiet der Erzbischöfe von Trier. Um 1175 eroberte Erzbischof Arnold von Trier die Burg. Der lothringische Herzog musste den Trierer Erzbischof als Lehnsherren anerkennen. 1334 zwang den Trierer Erzbischof  Balduin Herzog Rudolf von Lothringen zur Anerkennung seiner Lehnshoheit über die Siersburg. Die lothringische Lehnshoheit über die Siersburg wurde von den Trierer Erzbischöfe in späterer Zeit nicht mehr in Frage gestellt. Die lothringischen Herzöge bauten ihre Rechte in den Orten um die Siersburg zur Landesherrschaft aus. Bei der Bildung einer Verwaltungsstruktur wurde die Burg Sitz des Amtes Siersberg, zu dem zahlreiche Orte der Umgebung gehörten. Die lothringische Rechte des trierisch-lothringischen Kondominius (Gemeinherrschaft) Merzig-Saargau wurden von der Burg aus wahrgenommen.

 

Der Amtmann war Einnehmer von Abgaben, die die lothringischen Untertanen ihrem Landesherren abliefern mussten. In gefährlichen Situationen diente die Burg als Zufluchtsstätte für die Bevölkerung, die als Gegenleistung dafür Instandhaltungsarbeiten leisten musste.

 

Neben dem Geschlecht von Siersberg, das in der Mitte des 16. Jh. ausstarb, spielen noch weitere Adelsfamilien eine Rolle, die auf der Burg in Burgmannenhäusern lebten. Die Herren von Siersberg waren seit dem 14. Jh. auch Herren von Dillingen und besaßen dort eine weitere Burg.

Die Burgkapelle auf der Siersburg, die Herzog Matthias 2. von Lothringen 1233 der Abtei von Bouzonville schenkte, war Ziel vieler Wallfahrer zu Ehren der Heiligen Sebastian (Soldatenheiliger), Blasius (Halsleiden, Donatus (Feuerschäden) und Antonius (Pest).

 

Ab dem 15. Jh. gelangte die Siersburg in den Einflussbereich größerer, über die Region hinausgehender Auseinandersetzungen, z. B die Reformation und die Bauernkriege im 16. Jh.. Die Region war Durchzugsgebiet vieler Truppen, die die Gegend unsicher machten.

 

Im 30jährigen Krieg (1618-1648) stand der lothringische Herzog auf Seiten des dt. Kaisers. Die Franzosen, die die Schweden unterstützten benutzten Lothringen als Etappen- und Aufmarschgebiet.1634 besetzten sie auch die Siersburg. Ende 1635 stand die Burg wieder unter lothringischer Verwaltung, geriet aber nochmals in französische Hände, konnte 1650 aber wieder zurückerobert werden. 1651 ergab dich die Burg endgültig den Franzosen. Die Bevölkerung litt beträchtlich unter dem Krieg.

 

Viele Bewohner flohen, das Land war verwüstet. Nach dem Vertrag von Vincennes (1661) erhielt der lothringische Herzog sein Land zurück, allerdings behielten die Franzosen eigene Ortschaften, u. a. auch den unterhalb der Burg gelegenen Ort Siersdorf mit der Niedbrücke, über die die bereits erwähnten Flanderstraße führte.

 

1670 besetzten die Franzosen erneut Lothringen. Beim Rückzug, einige Jahre später, beschädigten sie auch die Siersburg durch Sprengungen. Durch eine Entscheidung der französischen Reunionskammer in Metz von 1683 wurden auch das Amt Siersberg und der Saargau Frankreich angegliedert. Die Gebiete kamen zur französischen Saarprovinze mit Verwaltungs- und Gerichtssitz in der neu erbauten Festung Saarlouis.

 

Nach dem Frieden von Rijswijk (1697) verzichtete Frankreich auf die reunierten Gebiete, darunter auch Saarlouis, behielt es sich vor. Bei der Reorganisation der lothringischen Verwaltung wurde 1698 die Prévôté (Amt) Siersberg eingerichtet, besteht aus dem früheren Amt Siersberg und dem lothringischen Teil der Gemeinschaft Merzig-Saargau.

 

Im 18. Jh. verlor die Siersburg ihre militärische Bedeutung. Ihr Zerfall schritt voran. Im spanischen Erbfolgekrieg nach 1740 wurde die Gegend wieder in Mitleidenschaft gezogen. 1751 verlor die Siersburg auch ihre Funktion als Verwaltungssitz, die Prévôté Siersberg wurde aufgelöst und ihre Orte dem Bailliage (Amt) Bouzonville zugeteilt.